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Seide

Seide ist eine Naturfaser, die aus den Kokons der Seidenraupe gewonnen wird. Bei der Seidenraupe ist normalerweise die Raupe des Maulbeerspinners gemeint. Der Maulbeerspinner ist eine Schmetterlingsart, deren Raupen sich von den Blättern des Maulbeerbaums ernährt. Sie stammen ursprünglich aus China. Die Seide wird daher auch „Maulbeerseide“ genannt. Die Raupen werden heutzutage ausschließlich für die Seidenproduktion gezüchtet.

Neben dem gezüchteten Maulbeerspinner gibt es viele frei lebende Seidenraupen. Die wichtigste wild lebende Seidenraupe ist der Tussahspinner. Aus den Kokons der Tussahspinner wird Wildseide hergestellt. 

 

 

 

 

Neben dem gezüchteten Maulbeerspinner gibt es viele frei lebende Seidenraupen. Die wichtigste wild lebende Seidenraupe ist der Tussahspinner. Aus den Kokons der Tussahspinner wird Wildseide hergestellt.

 

 

 

Wie entsteht Seide?

Nachdem die Raupe des Maulbeerspinners aus dem Ei geschlüpft ist, ernährt sie sich ausschließlich von den Blättern des Maulbeerbaums, wächst heran und beginnt sich nach ca. 35 Tagen einzuspinnen – der Kokon entsteht. Die Raupe spinnt etwa 3 Tage lang einen etwa 3.000 m langen Doppelfaden, der aus einer Spinnwarze an der Unterlippe hervorgepresst wird. Dieser Faden besteht aus der Seidensubstanz, die nach dem Austritt an der Luft sofort zu einem Faden verhärtet.

Die Seidensubstanz besteht aus Fibroin (einem tierischen Eiweiß), das vom Seidenbast (Serizin, auch Seidenleim genannt) umgeben ist.


Vor dem Abwickeln des Seidenfadens wird der Kokon einer Hitzebehandlung unterzogen, bei der die Raupe stirbt und der Seidenbast sich löst. Ein Schlupfloch würde den Faden unterbrechen.
Danach wird der Seidenfaden in einem Stück als Endlosfaden abgewickelt, dieser Vorgang wird „Abhaspeln“ genannt.
7-10 Kokonfäden werden zu einem Rohseidenfaden zusammengefasst. Haspelseide wird die etwa 1.000 m lange endlose Seide vom Kokonmittelteil genannt.

 

 

 

Wie entsteht Wildseide?

Wildseide entsteht aus den Kokons bereits geschlüpfter, wild lebender Tussahspinner. Beim Schlüpfen entsteht ein Loch, das den Seidenfaden mehrfach durchtrennt. Dadurch erhält Wildseide ihre typische Struktur mit den charakteristischen kleinen Knötchen.

Die Kokons der wild lebenden Tussahspinner werden von Bäumen und Sträuchern gesammelt.

 

 

 

 

 

 

 

  

 

Woher stammt die Seide der GEPA-Schals?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei Craft Link in Vietnam werden alle GEPA-Schals handgewebt. Die Seide stammt aus der Hong Xuan-Kooperative. Sie befindet sich in der Provinz Thaibinh im Nordosten Vietnams. Die 20 Mitglieder der Kooperative halten die Seidenraupen bis zum Einspinnen in den Kokon und stellen aus den Seidenfäden die sog. Haspelseide her. 


Auch bei CRC in Indien wird handgewebte Seide verwendet. Das Ernten der Kokons, das Abhaspeln des Seidenfadens sowie das Weben von Seidenstoffen wird von einer Produzentengruppe übernommen, mit der CRC seit über 20 Jahren zusammenarbeitet.

EMA in Indien verwendet drei Arten von Seide, unter anderem handgewebte Seide von einer Kooperative im nördlichen Bundesstaat West-Bengalen.

 

(Fortsetzung folgt)