Spalte #col1: Additional Space

Die Herkunftslnder der GEPA-Weine

Wein aus Argentinien

Argentinischer Wein - so wie vieles aus der argentinischen Küche - hat seine Wurzeln in Spanien. Während der spanischen Kolonialisierung Amerikas bracht Juan Cedrón im Jahre 1557 die ersten Weinreben nach Santiago del Estero. Der Weinanbau und die Weinproduktion erstreckte sich naturgemäß zunächst auf die Nachbarregionen, bald aber auch auf andere Teile Argentiniens. Traditionell waren argentinische Weinbauern mehr an Quantität als an Qualität interessiert, und sie verbrauchten 90 Prozent des produzierten Weines im Land selber.

Nichtsdestotrotz brachte aber der Wunsch, den Weinexport anzuheben, vermehrte Anstrengungen mit sich, auch die Qualität des Weinanbaus zu steigern. In den 1990er Jahren begann Argentinien mit dem Weinexport, der bis heute stetig ausgebaut wird. 

Die Abwertung des argentinischen Peso im Jahr 2002 war ein Anstoß an die Weinindustrie, denn die Produktionskosten sanken und der Tourismus in Argentinien stieg signifikant an. Das machte den Weg für einen neuen sog. Wein-Tourismus in Argentinien frei. 

Argentinien ist der größte Weinproduzent Südamerikas und der fünftgrößte der Welt. Es werden mehr als 1.200 Millionen Liter Wein hergestellt. Man sagt, Argentinien stelle den besten Malbec her. Ironischerweise hätte Argentinien in den 1980er Jahren aufgrund der schematisierten Weinanbausubventionen der Regierung beinahe den Anbau dieser Rebsorte aufgegeben.

Aufrund der Höhe, in der sich die meisten Weinanbaugebiete befinden, und der niedrigen Luftfeuchtigkeit muss der Weinbau Argentiniens nur selten mit den Problemen Insekten, Pilzen, Mehltau und anderen Krankheiten kämpfen. Das erlaubt den Anbau mit keinen oder nur geringen Pestiziden oder sogar den biologischen Weinanbau.

Hervorragende Bedingungen herrschen hier also auf der fünftgrößten Anbaufläche der Welt. Der Versuchung des Massenanbaus weiß man mehr und mehr zu widerstehen. Qualitäten, die sich denen der klassischen Weinbauländer schnell annähern, wissen mittlerweile die Weinfreunde auch außerhalb Südamerikas zu überzeugen. Da das Klima, trocken mit ausreichend Sonne und den kühleren Nächten im Zusammenspiel mit dem satten Schwemmland die Reben hervorragend gedeihen lässt, bedarf es nur noch fachkundiger Winzer, um daraus das Beste zu machen. Hier lernt man begierig von den Kollegen aus der Alten Welt, die sich in dieser aufblühenden Weinregion gerne engagieren. Argentinischer Wein wird unaufhaltsam seinen ihm unzweifelhaft zustehenden Platz im internationalen Weinmarkt einnehmen.

 

Wein aus Chile

Bereits Mitte des 15. Jahrhunderts brachten die Spanier den Wein nach Südamerika und auch später kultivierten vor allem europäische Einwanderer immer wieder Reben. Lange Jahre wurden uns die chilenischen Weine vorenthalten, man produzierte nur für den eigenen Verbrauch. Dann jedoch entdeckten große europäische Namen das Potential dieses Landes. Weingüter wurden aufgebaut, übernommen und auf internationalen Standard gebracht. Dieser Aufschwung verwundert nicht, wenn man die ausgezeichneten Bedingungen Chiles für den Weinbau bedenkt. Hervorragende mineralische Böden, die die Notwendigkeit einer starken Düngung fast überflüssig machen, kaum Schädlinge und ein trockenes Klima mit starkem Temperaturabfall zur Nacht lassen Trauben optimal gedeihen. Wenn dann die entsprechend ausgereifte Keltertechnik hinzukommt, lässt das wunderbar ausgereifte Weine, schöne Cabernet-Sauvignons, Merlots und andere entstehen. Noch heute profitieren die Winzer dieses Landes von der uralten Hochkultur der Inkas. Große Teile des ausgeklügelten Bewässerungssystems gehen auf diese chilenischen Urahnen zurück. Es lohnt sich immer, einen guten chilenischen Wein neben einem europäischen „Bruder“ zu kosten, das Ergebnis ist oft überraschend.

Als einziges Land der Welt von der Reblaus verschont, konnte man nach der Zeit der Militärjunta, als das Land sich demokratisierte und öffnete, auf wurzelechte Reben zurückgreifen.

Klimatisch hat Chile die besten Bedingungen und bringt durch immer höheres Wissen immer weitere Überraschungen hervor. Eines der ganz bekannten Anbaugebiete ist Curico.

Weine aus Südafrika

Bereits aus dem Jahre 1659 ist die erste Weinherstellung in Südafrika überliefert. Von da bis zum heutigen Weinbau in Südafrika war ein langer, beschwerlicher Weg mit vielen Rückschlägen zurückzulegen. 

So blieb auch Südafrika u.a. nicht von der Reblaus verschont, der Weinbau war am Boden. Verzweifelt versuchte man, die Verluste wettzumachen, indem man auf Masse setzte. Aber dies war der falsche Weg, denn die Menge an Wein war, auch aufgrund mangelhafter Qualität, nicht zu vermarkten.

Hier wie auch in Chile nach Beruhigung der politischen Situation, lernt man die Gunst der Natur zu nutzen und hochwertige Weine aus passenden Importreben zu keltern. 

Hervorgetan haben sich insbesondere die Winzer der Hauptanbaugebiete um Stellenbosch und Paarl, oft nicht ohne die willkommene Hilfe und Erfahrung ausländischer Önologen. 

So unterschiedlich wie die Böden ist auch das Klima, fruchtbare Schwemmböden sind hier ebenso zu finden wie karge Kies- und Sanduntergründe. 

Mildes, aber regenreiches Klima an den Küsten steht im Kontrast zu den heissen Sommern im Inneren des Landes. In den heißen Gegenden führt das oft sogar dazu, dass die Weinlese nachts betrieben wird, um die Trauben nicht allzu aufgeheizt in die Kelterhäuser zu bringen, was der Vinifizierung schaden würde. 

Nach der Abschaffung der Apartheid und der Öffnung der Weltmärkte konnte Südafrika relativ schnell mit hervorragenden Weinen überzeugen, die jungen Winzer sind oft in Europa hervorragend ausgebildet und der technische Standard in den Weingütern sehr hoch. 

 

Ein Kompass durch das Land der 1000 Reben: Warenkunde Rebsorten

Weltweit gibt es rund 15.000 Arten und über 2.000 davon werden für die Weinerzeugung und als Tafeltrauben kultiviert. Viele davon haben nur eine begrenzte, lokale Bedeutung. Jedes Land, jedes Anbaugebiet haben häufig ihre typischen Rebsorten.

Der Geschmack und der Charakter eines Weines werden hauptsächlich durch die Rebsorten bestimmt. In geringerem Maße fließen die Lage und deren Bodeneigenschaften sowie der Ausbau durch den Winzer geschmacksprägend mit ein.

 

Sauvignon Blanc

Die weiße Rebsorte zählt zu den so genannten Cépages nobles. Sie wurde im Jahre 1710 erstmals urkundlich erwähnt. 

Eine Legende über König Heinrich IV. (1553-1610) könnte auf das Alter der Rebe hindeuten. Unmittelbar nach seiner Geburt soll ihm sein Großvater die Lippen mit einer Knoblauchzehe eingerieben und einen Schluck Sauvignon Blanc eingeflößt haben. Dies machte den König angeblich später zum großen Weingenießer. 

Die Rebe hat eine hohe Bedeutung erlangt und ist so begehrt, dass sie in die Nobilität der Weinwelt aufrückte und als Edelrebe bezeichnet wird. 

Sauvignon Blanc ist die zweitwichtigste weiße Rebe nach Chardonnay. Sortenrein ergibt sie einen frischen Wein mit eigenwilligen, pikanten Johannis- und Stachelbeeraromen, häufig auch „grünen“ Noten wie frisch gemähtem Gras.

 

Pinotage

Die rote Rebsorte ist eine südafrikanische Neuzüchtung zwischen Pinot Noir und Cinsaut. Die Kreuzung erfolgte im Jahre 1924 durch Professor Abraham Isak Perold an der Universtät in Stellenbosch. Dieser nannte die Rebe „Perold’s Hermitage x Pinot“. 

Sein Nachfolger Charles Theron pfropfte sie 1935 erfolgreich auf virusfreie Unterlagen. 

Erstmals Wein wurde erst im Jahre 1941 daraus gewonnen. 

Im Jahre 1959 wurde von der Stellenbosch Farmer’s Winery ein Wein produziert, der 1961 mit dem Namen Pinotage vermarktet wurde. 

Pinotage ist früh reifend und sehr zuckerhaltig. Er gedeiht am besten in heißen und trockenen Weinbergslagen. Üblicherweise wird Pinotage sortenrein gekeltert, doch auch Cuvées mit dem spät reifenden Cabernet Sauvignon sind für ihre samtige Struktur und das Aroma von roten Beeren bekannt.

Interessant ist hierbei zu bemerken, dass die Pinotage-Rebe fast ausschließlich in Südafrika gedeiht. Die Anbaufläche betrug dort im Jahr 2007 6.139 ha. 

Cabernet Sauvignon

Diese rote Rebsorte zählt zu den so genannten Cépages nobles und ist die wahrscheinlich berühmteste der Welt. 

Von vielen Experten wird sie als edelste und potentiell beste Rebsorte überhaupt bezeichnet. Die Traube wurde in Frankreich bereits im Jahre 1635 urkundlich erwähnt - damals sendete Kardinal Richelieu (1585-1642) mehrere tausend Rebstöcke dem Abbé Breton - aber die Ursprünge der Sorte liegen im Dunkeln. 

Wiedererkennungsmerkmale des Cabernet Sauvignon sind der charakteristische Traubengeruch von schwarzen Johannisbeeren, der zum Teil durch einen Geruch von Zedernholz begleitet wird und die tiefdunkle Farbe der Weine. 

Die Cabernet Sauvignon Weine bestechen weniger durch die Art als vielmehr durch die Feinheit ihrer Aromen. 

Wenn die Traube voll ausreifen kann, ergibt sie vielschichtige gerbstoffreiche Weine. Als spät reifende Sorte muss sie in warmen Ländern stehen, damit der Wein nicht grasig oder nach grünem Pfeffer schmeckt. 

 

Carménère

Diese rote Rebsorte stammt ursprünglich aus Frankreich. Der Name leitet sich möglicherweise von der karminroten Farbe der Trauben ab. 

Da Carménère- und Merlotweinstöcke sich äußerlich stark ähneln, wurden aus Frankreich importierte Reben in Chile meist in „Mischbeständen“ gepflanzt. Weil die Rebsorte in Frankreich durch die Reblausplage nahezu vollständig verschwand, geriet der Name Carménère Anfang des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit. 

Seit 1850 wird die Traube in Chile angebaut und da Chile wegen der geographischen Abgeschiedenheit von der Reblausplage verschont blieb, wandelte sich das Weinland zum Exporteur alter Bordeaux-Rebsorten wie eben die Carménère Trauben. 

Man hielt die chilenischen Reben fortan wegen ihrer Ähnlichkeit für eine Variante des Merlot. Niemand konnte jedoch den deutlichen Geschmacksunterschied zwischen Merlotweinen aus Chile und denen anderer Länder erklären.

Diesen Irrtum konnte der französische Rebenkundler Jean-Michel Boursiquot 1994 durch DNA-Analyse endgültig beseitigen. 

Den ersten reinen Carménère-Wein produzierte das chilenische Weingut „Carmen“ erst im Jahre 1996.

Die chilenischen Winzer erkannten die Chance, eine Rebsorte praktisch exklusiv anbieten zu können und vergrößerten die Anbaufläche der Carménère. 

Seither hat sich die Zahl der zu Weinauszeichnungen eingeschickten Weine allein in Chile auf 115 vergrößert und fast 30% der chilenischen Carménère-Weine sind als qualitativ hochwertig ausgezeichnet. 

Carménère-Weine werden heute von vielen Wein importierenden Ländern, einschließlich Frankreich, reimportiert.


Merlot

Diese rote Rebsorte stammt ursprünglich aus Frankreich. Der Name ist vom französischen Wort für Amsel (merle) abgeleitet, weil diese Vögel die Beeren sehr gerne naschen. 

Es handelt sich um eine sehr alte Sorte, denn die erste Erwähnung unter dem Namen Crabutet Noir stammt angeblich bereits aus dem 14. Jahrhundert. 

Unter dem Namen Merlau oder Merlot wurde sie erstmals im Jahre 1784 im Bereich Libournais dokumentarisch erwähnt und zählte zu dieser Zeit zu den wichtigsten Bordeaux-Sorten. 

Der Merlot ist weich, schmeckt ein wenig nach Pflaumen, hat einen mittleren bis hohen Alkohol-Gehalt. Die Farbe dieses Weines ist dunkelrot. Merlot reift relativ früh und in vielen Gegenden Mitteleuropas daher auch gut aus.

 

Shiraz

Die rote Rebsorte ist genetisch identisch mit der Syrah, beide haben jedoch ihre eigene Geschichte. Der australische Weinbau-Pionier James Busby führte die Syrah-Rebe im Jahre 1833 aus Frankreich nach Australien ein. Er nannte sie damals Scyras, später wurde sie unter dem heute gebräuchlichen Namen Shiraz berühmt.

Sie ist heute in Australien und in Südafrika weit verbreitet. Der Shiraz- Wein ist in der Regel süß und reif und der Geschmack erinnert an Schokolade. 

Shiraz ist eine nicht sehr ertragreiche, aber hochwertige rote Rebsorte und recht unempfindlich gegen Spätfrost.  Kalte und nasse Witterung in der Blütezeit führt jedoch zu empfindlichen Ertragseinbußen. 

Normalerweise führen seine kleinen aber reichlich vorhandenen Beeren zu zufrieden stellenden Erträgen. Problematisch ist hier das Reifeverhalten, denn bei ungünstiger Witterung, z. B. zu wenig Sonne reift er nicht ganz aus. Dies führt wegen des außerordentlich hohen Tanningehaltes zu einem wenig erfreulichen Geschmack, der oft mit grün, unreif oder uncharmant beschrieben wird. Bei voller Sonne zur Reifezeit kippt er sehr schnell von der Reife zur Überreife, verliert seine Säure und sein reichfruchtiges Aroma. 

 

Malbec

die rote Rebsorte stammt wahrscheinlich aus dem nördlichen Burgund. Sie wurde früher in über 30 Départements angebaut, was die unzähligen Synonyme erklärt. Der französische Rebenkundler Pierre Galet nennt über 400. 

Nach der Überlieferung soll die Rebe im 16. Jahrhundert unter der Herrschaft des Königs François I. aus dem Cahors importiert und unter anderem in der Champagne angebaut worden sein. Der Name leitet sich von einem Mann namens Malbeck ab, der im 18. Jahrhundert die Rebe im Bordeaux weitflächig verbreitete. 

Das größte Anbaugebiet liegt heute mit etwa 24.000 Hektar in Argentinien, besonders in Mendoza, wo die Rebsorte auf ideale Bedingungen trifft. Auch in Chile und Australien wird sie angebaut. Ihre Anfälligkeit für  Fäulnis z. B. zeigt sich dort nur in seltenen feuchtkühlen Witterungsperioden. In der trockenen Wärme Argentiniens können zudem die dicken Traubenschalen besser ausreifen, was einem überhöhten Tanningehalt vorbeugt.

 

Torrontes

Die weiße Rebsorte mit ausgeprägt traubigem Geschmack ist eine der führenden Trauben Argentiniens. Sie hat im Bereich Weißweine die gleiche Bedeutung und Wichtigkeit wie der Malbec, der als sinnbildlicher Rotwein Argentinien im Weinanbau verkörpert.

Die Weißweine aus Torrontés-Trauben sind seit Jahren die Visitenkarte der argentinischen Winzer und haben schon viele internationale Preise gewonnen. Ihr Erfolg auf internationalen Märkten machte sie zum symbolischen Wein Argentiniens. 

Die Herkunft dieser Weintraube ist noch nicht mit Sicherheit festgestellt. Obwohl es in Spanien eine Traube gibt, die auch Torrontés heißt, haben verschiedene Studien keine Verwandtschaft gefunden.