Spalte #col1: Additional Space

Ernte und Herstellung

Die anstrengende Arbeit des Pflückens der Teeblätter leisten vor allem Frauen. Für ein Kilogramm aufgussfertigen Tee werden rund vier Kilogramm frische Teeblätter benötigt!

Gepflückt werden immer nur die junge Blattknospe und die beiden darunter liegenden zarten Blätter. Die Teeblätter müssen unmittelbar nach der Ernte verarbeitet werden, da sie sonst schnell an Qualität verlieren.

 

Verarbeitung des Tees 

Die aufwändige Verarbeitung beginnt mit dem Welken: Die Blätter werden auf Drahtgittern ausgebreitet, durch die ca. 12 bis 15 Stunden ein warmer Luftstrom geblasen wird. So verlieren die Blätter bereits ein Drittel ihres Wassergehaltes. Dies ist wichtig für das anschließende Rollen

Das gewelkte, noch grüne Blatt wird in so genannten »Roller-Maschinen« etwa eine halbe Stunde lang unter Druck gerollt und gequetscht. Dabei wird das Blattgut zerkleinert und die Wände der Blattzellen werden aufgebrochen.

Beim folgenden Fermentieren wird die Oxidation, die bereits beim Rollen eingesetzt hat, fortgesetzt: durch das Aufbrechen der Zellwände reagieren die Inhaltsstoffe, die dem Tee später seinen charakteristischen Duft und sein Aroma geben, mit dem Luftsauerstoff. Für die Fermentation wird der Tee für etwa 1 bis 3 Stunden ausgebreitet und verfärbt sich jetzt kupferrot.

Zum Trocknen und damit Haltbarmachen kommt der Tee in spezielle Öfen. Bei rund 85°C wird die Fermentation abgeschlossen und der Tee bekommt eine nahezu schwarze Farbe.

Bei der abschließenden Sortierung wird der Tee durch Rüttelsiebe nach verschiedenen Blatt und Broken-Graden sortiert und dann abgefüllt.

Grüner Tee unterscheidet sich von Schwarztee durch die fehlende Fermentation im Herstellungsprozess. Sie wird verhindert, indem die dafür verantwortlichen Enzyme durch ein kurzes Dämpfen der Teeblätter zerstört werden. Dadurch behält der Tee seine grüne Farbe und alle Gerbstoffe bleiben im Blatt erhalten.

 

Was steckt drin?

Inhaltsstoffe 

Zu den Inhaltsstoffen des Tees zählt vor allem Koffein, das allerdings schonender auf den menschlichen Organismus wirkt als das des Kaffees. Es fördert die Gehirndurchblutung und den Gehirnstoffwechsel. Grüner und schwarzer Tee haben in etwa den gleichen Koffeingehalt.

Die Gerbstoffe des Tees wirken beruhigend und stabilisierend auf Magen und Darm. Außerdem senken sie den Blutdruck, den Cholsterinspiegel, den Blutzuckerspiegel und das Herzinfarktrisiko. 

Die Gerbstoffe setzen sich erst frei, wenn der Tee länger als drei Minuten zieht. Spurenelementen wie Mangan und Fluorid, die im Tee zu finden sind, wird eine Karies hemmende Wirkung zugeschrieben. Inhaltsstoffe wie Aminosäuren und Vitamine werden derzeit noch erforscht. 

Die ätherischen Öle bestimmen vor allem das Aroma des Tees. Bisher wurden in Schwarztee 350 und in Grüntee 700 verschiedene Aromastoffe gefunden.

Blattgrade

Die Blattgrade sind Produktions- und Aussiebungsbezeichnungen, die je nach Produktionsgebiet unterschiedliche Bedeutungen haben. Sie sagen nichts über die Qualität des Tees aus. Grundsätzlich gilt aber, dass ein Tee um so ergiebiger ist, je stärker das Blatt im Laufe der mechanischen Bearbeitung gebrochen ist.

 

Zubereitung

Die Wasserqualität bestimmt maßgeblich den Geschmack des Tees!

Jedes Leitungswasser bis zu einer Härte von 10 Grad (deutscher Härtegrad) eignet sich zur Zubereitung von Tee. Bei härterem Wasser empfiehlt sich die Verwendung eines Wasserfilters – oder eine höhere Dosierung des Tees.

Die korrekte Lagerung Ihres Tees ist wichtig für die Wahrung der Frische und Qualität. Nach dem Öffnen der Originalverpackung sollte Tee immer in einem luftdicht schließenden Behälter kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Besonders grüner Tee ist empfindlich und nimmt leicht Gerüche auf.

 

Die richtige Zubereitung:

  • Erhitzen Sie die gewünschte Wassermenge. Dazu eignet sich am besten ein Wasserkocher – er spart Strom und erhitzt das Wasser schnell.
  • Messen Sie die richtige Menge Teeblätter ab. Auf allen GEPA Tee-Verpackungen sind Empfehlungen für die optimale Dosierung.
  • Wählen Sie möglichst große Teesiebe oder -filter, damit sich der Tee und sein Aroma gut entfalten können.
  • Schwenken Sie die Teekanne mit heißem Wasser aus – so kann der Tee nach dem Aufguss besser sein Aroma entwickeln.
  • Geben Sie das Sieb oder den Filter mit dem Tee in die Kanne und gießen Sie ihn mit kochendem Wasser auf.
  • Bei Grüntee ist zu beachten: niemals mit kochendem Wasser übergießen, sonst wird er bitter. Lassen Sie das Wasser einfach abkühlen bis auf die empfohlene Temperatur von 70°C bis 80°C!
  • Lassen Sie den Tee die auf der Packung empfohlene Zeit ziehen. Die meisten Tees benötigen 2 bis 3 Minuten, um ihre belebende Wirkung zu entfalten.
  • Verwenden Sie die gleiche Kanne nur für Tee, nicht für die Zubereitung oder Aufbewahrung anderer Getränke wie Kaffee oder Fruchtsäfte. Spülen Sie die Teekanne am besten nur mit klarem Wasser aus, nicht mit Spülmitteln oder in der Spülmaschine. Das beeinträchtigt das feine Aroma des Tees.

Aromen

Aromenverordnung

Die Aromenverordnung unterscheidet verschiedene Arten von Geschmacksstoffen. Die wichtigsten sind natürliche, naturidentische und künstliche Aromastoffe. 

Die Angabe "Aroma" im Zutatenverzeichnis weist auf naturidentische oder künstliche Aromen hin. Bei der Kennzeichnung "natürliches Aroma" muss das Aroma ausschließlich natürlicher Herkunft sein. Ein natürliches Aroma, das beispielsweise nach Himbeeren schmeckt, ist aber in den meisten Fällen aus Zedernholz hergestellt. Nur bei einer genaueren Beschreibung wie "Erdbeeraroma" muss das Aroma aus Erdbeeren stammen.

1. Natürliche Aromen

Bei natürlichen Aromen muss das Ausgangsmaterial pflanzlicher oder tierischer Herkunft sein. Mit physikalischen oder biologischen Verfahren wird zum Beispiel das Vanillearoma aus der Vanilleschote extrahiert. 

Natürliche Aromastoffe sind also "...chemisch definierte Stoffe mit Aromaeigenschaften, gewonnen durch geeignete physikalische Verfahren (einschließlich Destillation und Extraktion mit Lösungsmitteln), durch enzymatische oder mikrobiologische Verfahren aus Ausgangsstoffen pflanzlicher oder tierischer Herkunft, die als solche verwendet oder mittels herkömmlicher Lebensmittelzubereitungsverfahren (einschließlich Trocknen, Rösten und Fermentieren) für den menschlichen Verzehr aufbereitet werden."

Quelle: BGBl. I 2006, 1132 

 

2. Naturidentische Aromen

Naturidentische Aromastoffe werden synthetisch hergestellt und sind in ihrer chemischen Struktur mit dem natürlichen Aroma identisch. Ein Beispiel ist das Vanillin. Naturidentische Aromen sind oft aus mehreren Einzelsubstanzen zusammengesetzt und besonders intensiv im Geschmack. 

Naturidentische Aromastoffe: 
"...chemisch definierte Stoffe mit Aromaeigenschaften, die durch chemische Synthese oder durch Isolierung mit chemischen Verfahren gewonnen werden und mit einem Stoff chemisch gleich sind, der in einem Ausgangsstoff pflanzlicher oder tierischer Herkunft im Sinne der Nummer 1 natürlich vorkommt."  

Quelle: BGBl. I 2006, 1132

 

3. Künstliche Aromen

Künstliche Aromastoffe sind Geruchs- oder Geschmacksstoffe, die durch chemische Synthese gewonnen werden, aber nicht in der Natur vorkommen wie Ethylvanillin. In Deutschland sind nur 18 künstliche Aromen zugelassen, etwa für Brausen, Puddings, Back- und Zuckerwaren. 

Künstliche Aromastoffe: 
"...chemisch definierte Stoffe mit Aromaeigenschaften, die durch chemische Synthese gewonnen werden, aber nicht mit einem Stoff chemisch gleich sind, der in einem Ausgangsstoff pflanzlicher oder tierischer Herkunft im Sinne der Nummer 1 natürlich vorkommt."         

Quelle: BGBl. I 2006, 1132)  

 

Aromen in Lebensmitteln

Für den Chemiker sind Aromen flüchtige chemische Verbindungen, die meist nur in winzigen Mengen vorkommen und dennoch einem Lebensmittel seinen unverwechselbaren Charakter verleihen. Würden in bestimmten Industrieprodukten Aroma- und Geschmacksstoffe fehlen, würden wir das Essen als fade empfinden.

In der Natur sind bis heute etwa 5000 Aromastoffe identifiziert worden. Viele Lebensmittel enthalten von Natur aus mehrere hundert verschiedene aromatische Substanzen. In Kaffee sind es zum Beispiel rund 700. 

Dass vielen verarbeiteten Lebensmitteln isolierte Aromastoffe zugesetzt werden, kann verschiedene Gründe haben:

  • Bei der Lebensmittelverarbeitung verloren gegangene Aromen sollen ersetzt werden.    
  • Es sollen viele verschiedene Geschmacksrichtungen angeboten werden, vor allem bei Fertigprodukten, Knabberartikeln, Zuckerwaren, Speiseeis und Limonaden.
  • Diätetische Lebensmittel wie kalorienverminderte Produkte sollen genauso gut schmecken wie ihre "normalen" Pendants.
  • Das (Marken-)Produkt soll unabhängig von der Charge immer die gleiche Qualität und den gleichen Geschmack aufweisen. 

In der Regel werden Aromen in Lebensmitteln im Verhältnis 1:1000 dosiert.

Quelle: gesundheit.de

 

Aromen in GEPA- Lebensmitteln?

Aromen werden bei GEPA in Lebensmitteln nur bei wenigen Produkten eingesetzt. Wenn möglich verwenden wir für die Geschmacksbildung die Pflanzen selbst, so z.B. beim Jasmin Tee aus China die Jasminblüte. 

Wenn Aromen eingesetzt werden, bevorzugen wir Bio-Aromen und wenn es keine Bio-Aromen gibt, setzen wir natürliche Aromen ein. 

Künstliche Aromen kommen in keinem GEPA- Lebensmittel vor.

Foto: Deutsches Zusatzstoffmuseum (www.zusatzstoffmuseum.de

 

 

Schpferisch: Papierverpackungen von PAPETERIE

1995 hatte Mahima Mehra eine brilliante Geschäftsidee, sie gegründete eine Serviceeinrichtung für kleine Papierhandschöpferbetriebe und nannte das Unternehmen „PAPETERIE“. Ihr Büro befindet sich in Indiens Hauptstadt Neu Delhi und beschäftigt vier Mitarbeiter. Zur Zeit arbeiten sie mit 2 Handschöpferbetrieben im indischen Bundesstaat Rajastan und einem Familienbetrieb in Uttar Prahdesh zusammen.

PAPETERIE übernimmt für die Papierhandschöpfer die Rohmaterialbeschaffung,  koordiniert die Weiterverarbeitung in Druckereien und Buchbindereien und übernimmt die Erschließung der Absatzmärkte durch den Weiterverkauf der Produkte im Inland und den Export nach Deutschland. So ermöglichen sie kleinen Familienbetrieben in ländlichen Gebieten einen Marktzugang für ihre Produkte. In Zusammenarbeit mit GEPA entstand das Design für einen  großen Teil der Verpackungen des neuen GEPA Tee- Sortimentes.

Mit der Vergabe von Druck-und Weiterverarbeitungsaufträgen unterstützt PAPETERIE ein Straßenkinderprojekt, welches mit Hilfe von Mahima Mehra eine Siebdruckerei einrichten konnte.

 

Die Herstellung

Das Rohmaterial für handgeschöpftes Papier sind Baumwollstoffreste und teilweise Altpapier. Um dem Papier Struktur und Farbe zu verleihen werden pflanzliche Fasern wie z.B. Stroh, Jute, Wolle, Blütenblätter, Gras zugegeben. Das Rohmaterial wird sortiert, zerkleinert und in einem Rotiergebläse von Staub und Kleinpartikeln befreit.

Pulpe herstellen

In einem Beater werden die Baumwollschnipsel unter Zugabe von Wasser zu einem Brei, der Pulpe verarbeitet. Mit einem milden Waschmittel wird das Ausgangsmaterial gereinigt. Um dem Papier ausreichende Tintenfestigkeit zu verleihen wird der Pulpe Alaun und eine Baumharzlösung zugegeben. Außerdem werden in diesem Schritt die Materialien eingearbeitet, die dem Papier sein Aussehen verleihen, wie z.B. Blütenblätter, Fasern, etc.

 

Schpfen und Pressen

 

 

Aus großen Bottichen wird die mit Wasser verdünnte Pulpe von ein oder zwei Arbeitern mittels eines Flachsiebes geschöpft. Gleichmäßig auf dem Sieb verteilt, wird aus der Pulpe eine frische Lage Papier.

Diese noch sehr feuchten Papierlagen werden auf ein trockenes Filztuch gelegt. Mit der Zeit entsteht ein Paket mit wechselnden Schichten aus Papier und Filz. Ein solches Paket wird nun mittels Schrauben- oder Hydraulikpresse ausgepresst und so von gut der Hälfte des Wassers befreit.

 

 

 

 

 

Trocknen und Gltten

Die einzelnen Lagen werden anschließend zur Trocknung im Freien an Gerüsten oder Wäscheleinen aufgehängt. Das trockene Papier wird vom Filztuch getrennt und zur Verbesserung der Stabilität und Haltbarkeit mit Leim und Stärke behandelt. Das macht das Papier tintenfest und verleiht ihm die charakteristische Beschaffenheit eines Recyclingpapiers und gewährt zudem eine lange Lagerfähigkeit. Zur Glättung der Papieroberflächen werden die einzelnen Lagen Papier zwischen zwei verzinkten Stahlplatten mehrmals durch eine Walzenpresse geschickt. Dadurch entsteht eine glatte, fast glänzende Oberfläche. Zuletzt werden die Papierlagen auf die erforderliche Größe zugeschnitten.

Quelle: Fairkauf Handelskontor