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Kaffee - Wissenswertes ber die braunen Bohnen

Kaffeeanbau, -ernte und -verarbeitung

Kaffee ist eine sehr anspruchsvolle Pflanze: Frost, Wind, Trockenheit oder zu viel Regen bedeuten große Risiken für ihr Gedeihen.
Alle einzelnen Faktoren einschließlich der Bodenbeschaffenheit müssen in ganz bestimmter Weise übereinstimmen, um eine gute Kaffee-Qualität zu garantieren.
Aufzucht und Pflege der Pflanzen bedeuten für die Kaffeebauern Arbeit für das ganze Jahr!
Gut acht Monate braucht ein Setzling, um als kleines Kaffeebäumchen im Abstand von ca. drei Metern ausgepflanzt werden zu können.

Je nach Anbaugebiet vergehen vier bis fünf Jahre, bis es dann zum ersten Mal Früchte trägt. Die von Natur aus je nach Sorte bis zu zehn Meter hoch wachsenden Kaffeepflanzen werden auf unter drei Meter zurückgeschnitten, was die Ernte vereinfacht und den Ertrag steigert.
Die Kaffeekirsche hat eine Reifezeit von acht bis zehn Monaten, in der sich ihre Farbe von grün über gelb bis rotbraun verändert.
Da die Kirschen am gleichen Strauch unterschiedlich reifen, müssen die Bauern während
der Erntezeit von November bis April (in Mittel- und Südamerika) mehrere Pflückrunden machen und in Handarbeit die reifen roten Kirschen heraus pflücken.
Kaffeebäume sind sehr anfällig für Schädlinge und Krankheiten, daher ist der Pflanzenschutz ein wichtiger Faktor.
Die GEPA berät ihre Partner bei der Umstellung auf ökologischen Landbau – so kommen die meisten GEPA-Kaffees inzwischen aus Bio-Anbau.
 

Kaffee? Natrlich!

Bio-Anbau ist eine komplexe und arbeitsintensive Wirtschaftsweise. Dazu gehören der vollständige Verzicht auf Chemieeinsatz, Maßnahmen zur Verhinderung der Bodenerosion wie das Anpflanzen von Schattenbäumen oder Terrassierung der Pflanzung, die Beseitigung
Des Unkrauts von Hand, eine intensive Kompostwirtschaft, bei der auch das Fruchtfleisch der Kaffeekirschen genutzt wird und eine besonders sorgfältige Pflege der Kaffeepflanzen. Die Erträge können in der Umstellungsphase von konventionellen auf ökologischen Anbau erst einmal zurückgehen. Diese Schwierigkeiten können die Kaffeepartner nur bewältigen, wenn – wie im Fairen Handel – der erhöhte Arbeitseinsatz angemessen honoriert wird. Deshalb zahlt die GEPA zuzüglich zum Entwicklungsaufschlag eine Bioprämie, die die Mehrkosten für ökologischen Anbau abdecken soll.
Nach der Ernte muss der Kaffee innerhalb von 24 Stunden weiter verarbeitet werden, um
Qualitätseinbußen zu verhindern.
Die reifen Kaffeekirschen werden bei der Nassaufbereitung gequetscht und das Fruchtfleisch
von der Pergamenthaut der Kaffeebohne getrennt. Die schleimigen Reste des Fruchtfleisches werden durch eine 16 bis 30 Stunden dauernde Fermentation gelöst und mit Wasser abgewaschen. Danach werden die Bohnen mehrere Tage lang an der Sonne getrocknet. Bei dieser Gelegenheit werden Schmutz und fehlerhafte Bohnen aussortiert.
In diesem Zustand des Kaffees spricht man von »Pergaminokaffee « oder Hornschalenkaffee.

Weiterverarbeitung

Zur Weiterverarbeitung in den Aufbereitungsanlagen der Genossenschaften wird die Pergaminoschale maschinell von den Bohnen abgeschält. Diese werden nochmals auf Verunreinigungen und Fehlbohnen geprüft, dann nach Größe sortiert und schließlich wird der Rohkaffee in 69-kg-Export-Säcke (Mittel- und Südamerika) bzw. 60-kg-Säcke (Afrika) verpackt.

Geröstet wird der GEPA- Kaffee in Deutschland in einem besonders schonenden Langzeit-Röstverfahren. Bei dieser klassischen Methode wird die Trommel von außen erhitzt und die Bohnen werden unter ständiger Bewegung 10 bis 16 Minuten lang schonend geröstet. Ein Röstmeister begleitet den Röstvorgang und nimmt persönlich Qualitätskontrollen vor. Die Röster müssen – bedingt durch den längeren Röstvorgang – höhere Gewichtsverluste in Kauf nehmen.
Gekühlt wird durch Zuführung von Luft unter ständiger Bewegung der Bohnen. Hierdurch wird das Aroma besonders gut geschont und die Bohne kann langsam abkühlen. Unsere koffeinfreien Kaffees werden mit natürlicher Quellkohlensäure und reinem Wasser langsam und schonend entkoffeiniert. Dieses Verfahren macht sie besonders mild und bekömmlich und behalten ihr volles Aroma.

So garantiert die GEPA eine besonders bekömmliche und aromatische Kaffee-Qualität.

Und Gentechnik?

Versuche mit Veränderungen im Erbgut der Kaffeebohnen sollen zum Beispiel Kaffeebohnen ohne Koffein hervorbringen. Mit Hilfe eines Bakteriums wird in Gentechnik-Labors dem Keimgewebe der Kaffeepflanze ein Gen eingepflanzt, das die Koffeinproduktion so weit hemmt, dass die Bohne nur noch drei Prozent der heutigen Koffeinmenge produziert. Gleichzeitig wird nach einer Kaffeepflanze geforscht, die gegen die häufig auftretende Krankheit »Kaffeerost« resistent ist.
Außerdem forscht die Universität Hawaii intensiv zur Reifeförderung: Ziel ist es, dass die
Kaffeekirschen nur noch 14 Tage für die Reife benötigen statt wie bisher 6 Wochen und dass alle zur gleichen Zeit reif werden!
Der gentechnisch veränderte Kaffee würde dann in Zukunft zu dem Zeitpunkt besprüht, wenn der Verkaufsvertrag unterschrieben wurde, wäre dann pünktlich 14 Tage später reif und könnte problemlos maschinell geerntet werden.
Wie sich der Konsum gentechnisch veränderter Lebensmittel aber auf den Menschen auswirkt, ist noch lange nicht hinlänglich erforscht. Es gibt ernst zu nehmende Forschungsergebnisse, die von nachhaltigen Schäden sprechen, die beiVersuchstieren aufgetreten sind, die mit gentechnisch veränderten Kartoffelpflanzen gefüttert wurden.

Die GEPA hat sich gegen gentechnisch veränderte Pflanzen und Lebensmittel entschieden!

Von Kirschen und Knnern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herzlich willkommen bei der Kaffeekooperative San Juan in Bolivien

San Juan ist eine kleine Kooperative – mit ihren 51 Produzentenfamilien produziert sie gerade einmal 160 Tonnen Kaffee. Davon gehen allerdings 87 % an den Fairen Handel!
Dadurch hat sich das Leben in San Juan entscheidend geändert: vor allem konnte der Anschluss ans Stromnetz bezahlt werden, aber auch ein neues Dach für die Schule, ein kleines Bürogebäude und eine Schotterpiste ins Dorf. Mit einem eigenen alten Lastwagen können die Mitglieder ihre Kaffeeernte jetzt selber in die nächste Stadt bringen.

Die Finanzierung einer eigenen Kaffeeverabeitungsanlage war allerdings das Wichtigste: Jetzt muss nicht mehr jede Familie ihren Kaffee von Hand durch eine kleine Schälmaschine drehen!
Da die Kooperative auf ökologischen Anbau umgestellt hat, bekommt sie für ihren Kaffee von der GEPA über den Entwicklungsaufschlag hinaus noch die Bio-Prämie.
Die Kooperative San Juan wurde 1974 gegründet. Die Mitglieder erinnern sich noch, dass sie früher zu Fuß nach Caranavi laufen und von dort mit dem Bus weiter nach La Paz fahren mussten, wenn sie Behördengänge für die Kooperative zu erledigen hatten.

Heute gibt es eine Straße nach San Juan, die zwar noch nicht asphaltiert ist, aber für die Kooperative den Anschluss an den Kaffeemarkt bedeutet – denn jetzt ist sie mit einem Fahrzeug zu erreichen!
»Wir sind zufrieden«, sagte der Präsident der Kooperative Ismael Peralta anlässlich eines Besuches von GEPA-Mitarbeitern bei San Juan 2007. »Unsere Kinder können zur Schule gehen. Es geht uns endlich besser! Ohne den Fairen Handel hätte es hier keine Entwicklung gegeben.«
Der ausgezeichnete Biokaffee von San Juan wird unter anderem im »Bio Café Esperanza« verarbeitet.

Hochwertiger Instantkaffee aus Tanzania

Am Rande des Victoria-Sees im äußersten Nordwesten Tansanias, in der Region Kagera, wächst der hervorragende Robusta-Kaffee der Kagera Cooperative Union (KCU). Von ihr bezieht die GEPA seit 2001 den Bio-Kagera-Instant-Kaffee, den die Kooperative in einer eigenen Fabrik herstellt, und darüber hinaus seit neuem Bio Robusta-Rohkaffee, der sich hervorragend für Mischungen eignet.

Auf ca. 1100 Metern Höhe bauen die Familien der Kooperative ihren Kaffee auf vergleichsweise kleinen Flächen an, zusammen mit Bananen, Mais, Ananas, Süßkartoffeln und Maniok für die Selbstversorgung und den lokalen Markt. Die Bauern leben in Hütten aus Holz und Lehm, Strom gibt es selten und Wasser müssen sie von weit her aus dem Fluss holen.

Zu KCU gehören 125 Genossenschaften, die sich aus ca. 80.000 Bauernfamilien zusammensetzen. Die Fair-Trade-Prämie, die über den Fairen Handel bezahlt wird, wird den einzelnen Genossenschaften zur eigenen Verwendung ausgezahlt. Damit werden unter anderem Schulen renoviert, Schulbücher angeschafft, Brücken und Straßen gebaut.
Qualitätssicherung ist das Hauptanliegen der Kilimanjaro Native Co-Operative Union (KNCU) im Kilimanjaro-Gebiet Tansanias. Auf dem fruchtbaren Boden bauen die Farmer von KCNU hochwertigen Arabica-Kaffee an. Traditionell werden keine chemischen Düngemittel verwendet und durch die typische bäuerliche Mischwirtschaft sind die Kaffeepflanzen auch nicht sehr anfällig für Krankheiten. In dem Programm zur Qualitätssicherung beraten 20 Fachleute die Bauern bei allen anfallenden Fragen.

Eine Umstellung auf ökologischen Anbau startet zur Zeit in 5 Einzelkooperativen und wird von einem Agraringenieur und sieben Mitarbeitern begleitet.
Die Weiterverarbeitung der Kaffeekirschen liegt bei KCNU in eigener Hand: In der Tanzania Coffee Curing Company in Moshi, die mehrheitlich im Besitz von KCNU ist, werden die Kaffeebohnen geschält, poliert, nach Qualitäten sortiert und bis zum Tag des Verkaufs zwischengelagert.
Mitglieder des Dachverbandes KCNU sind 93 Einzelkooperativen mit jeweils ca. 1000 Mitgliedern, wobei hier nur das als Mitglied eingetragene Familienoberhaupt gezählt ist. Der GEPA-Entwicklungsaufschlag fließt unter anderem in einen Ausbildungsfonds, der für die Renovierung und den Bau von Schulen aber auch für Stipendien verwendet wird.
Den Bio-Instant-Kaffee von KCU verwenden wir unter anderem für den Bio-Cappuccino.