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Informationen zum Lockdown vom Weltladen-Dachverband

Wir zitieren aus dem Newsletter des Weltladen-Dachverbands:

"Die Regelungen, die am Sonntag bei der Telefonkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Bundesländer vereinbart wurden, werden auf Länderebene in konkrete, rechtlich verbindliche Verordnungen umgesetzt und an die jeweiligen Infektionszahlen angepasst.

Da viele Bundesländer noch keine konkreten Verordnungen erlassen haben (Stand 14. Dezember, 12 Uhr), stehen zahlreiche Details noch aus. Trotzdem möchten wir euch unsere Sicht auf die Dinge sowie erste Recherche-Ergebnisse und mögliche Argumentationshilfen weitergeben. Bitte schaut regelmäßig auch auf der Sonder-Seite zu Corona auf unserer Website nach – dort werden wir euch weitere neue Informationen zur Verfügung stellen.

Die den Einzelhandel betreffende Regelung besagt im Wortlaut (Punkt Nr. 5):

„Der Einzelhandel mit Ausnahme des Einzelhandels für Lebensmittel, der Wochenmärkte für Lebensmittel, Direktvermarktern von Lebensmitteln, der Abhol- und Lieferdienste, der Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, der Apotheken, der Sanitätshäuser, der Drogerien, der Optiker, der Hörgeräteakustiker, der Tankstellen, der Kfz-Werkstätten, der Fahrradwerkstätten, der Banken und Sparkassen, der Poststellen, der Reinigungen, der Waschsalons, des Zeitungsverkaufs, der Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte, des Weihnachtsbaumverkaufs und des Großhandels wird ab dem 16. Dezember 2020 bis zum 10. Januar 2021 geschlossen. Der Verkauf von non-food Produkten im Lebensmitteleinzelhandel, die nicht dem täglichen Bedarf zuzuordnen sind, kann ebenfalls eingeschränkt werden und darf keinesfalls ausgeweitet werden.“ 

Aus dieser Regelung lesen wir NICHT heraus, dass Weltläden ab Mittwoch pauschal schließen müssen. Wir freuen uns daher, wenn ihr euch entscheidet, eure Läden geöffnet zu halten. Da Lebensmittelgeschäfte von der Schließung ausgenommen sind, solltet ihr den Verkauf von Lebensmitteln in den Vordergrund rücken – z.B. auch durch eine entsprechende Dekoration der Schaufenster.

Inwiefern der Verkauf von Handwerksartikeln komplett untersagt wird, können wir auf Basis der uns aktuell vorliegenden Informationen nicht sagen. Dies hängt von den jeweiligen Rechtsverordnungen der Länder und deren Anwendung durch die kommunalen Behörden ab. Zunächst interpretieren wir die Bundesentscheidung so, dass weiterhin alle Produkte verkauft werden dürfen, sofern euer Laden geöffnet bleiben darf.  

Wenn ihr eure Läden schließen wollt, ist auch das sehr verständlich. Die Gesundheit eurer Mitarbeitenden und eurer Kundschaft hat die höchste Priorität.

Falls ihr eure Läden offen lassen möchtet, ist es sehr wichtig, dass ihr ein an die aktuellen Vorgaben angepasstes Hygienekonzept habt und dieses auch sehr genau umsetzt. Ihr solltet euer Hygienekonzept verschriftlichen und von innen und außen gut sichtbar an die Ladentür hängen. Wir empfehlen, dass alle Verkäufer*innen im Weltladen sogenannte FFP2-Schutzmasken tragen. Ein/e Verantwortliche/r sollte sich um die Beschaffung der Masken kümmern; die Kosten für die Masken sollte der Laden übernehmen.

Unabhängig davon, ob ihr den Laden weiterhin geöffnet haltet oder schließt, habt ihr die Möglichkeit, einen Liefer- bzw. Abholservice einzurichten. Das heißt, eure Kund*innen bestellen per Telefon oder E-Mail und ihr liefert die Ware zu einem vereinbarten Zeitpunkt aus bzw. die Kundschaft kann sie zu bestimmten Zeiten fertig zusammengestellt im Laden abholen.

Wer den Laden schließt und noch keine gute Warenpräsentation auf der Website hat, kann das Schaufenster mit Artikeln füllen, an denen auf einem Schild nicht nur der Preis, sondern auch deutlich sichtbar eine Zahl zu erkennen ist. Dann können Kund*innen einfach sagen/mailen: "Ich hätte gerne dieses Handtuch mit der Nr. 3 aus Ihrem Schaufenster und dazu die Klangschale mit der Nr. 7".

Besonders jetzt ist eine gute Kommunikation mit euren Kund*innen wichtig. Ihr solltet eure aktuellen Öffnungszeiten sowie ggf. weitere Angebote (Liefer- bzw. Abholservice, Gutscheine, …) gut sichtbar ins Schaufenster bzw. in die Ladentür hängen. Über eure weiteren Kommunikationskanäle (Website, Kund*innen-E-Mail-Verteiler, Facebook, Instagram, …) solltet ihr diese Informationen natürlich ebenfalls streuen.

Noch zwei Informationen zu Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen:

Um Einnahmeverluste abzufedern, plant die Bundesregierung eine verbesserte Überbrückungshilfe III, die Zuschüsse zu den Fixkosten vorsieht. Die durch angeordnete Schließungen betroffenen Unternehmen können außerordentliche Wirtschaftshilfen beantragen, auch für den Wertverlust von Waren.

Die Nutzungsbeschränkungen von Verkaufsräumen in Folge der Pandemie könnten als schwerwiegende Veränderung der Geschäftsgrundlage angesehen werden. Es steht zu vermuten, dass Gespräche mit Vermietern über Mieterlass oder -Stundung daher Erfolg haben könnten.

Am 5. Januar 2021 soll über die weiteren Maßnahmen beraten werden, die ab dem 11. Januar 2021 gelten werden.

Zusätzlich zu den genannten Empfehlungen appellieren auch wir eindringlich, größte Vorsicht walten zu lassen und Kontakte in den nächsten Tagen auf ein Minimum zu reduzieren.

Wie gesagt, weitere Informationen zum Umgang mit den Corona-Maßnahmen aktualisieren wir regelmäßig auf unserer Website. Dort werden wir auch, sobald wie möglich, Näheres zu finanziellen Hilfen für Weltläden veröffentlichen."

 

Vielen Dank dem Weltladen-Dachverband für die Service-Leistung!